Sektorenübergreifende (Miss-)Kommunikation

„Stille Post“ zwischen Altenheim und Krankenhaus

Unsere Kunden/Mandanten gestatten uns in Beratungsprojekten tiefe und vertrauliche Einblicke in die Organisation und Struktur der Einrichtungen, aber auch in die Verhaltensweisen der dort Handelnden. Eine besondere Herausforderung sind Projekte, in denen es darum geht, die strategische Marktposition zu verbessern, indem Einrichtungen zu sektorenübergreifenden Netzwerken – oder noch besser Versorgungsketten – zusammen gebracht werden.

In diesen Projekten wird klar, wie unterschiedlich anscheinend die Sprachen sind, die in den jeweiligen Einrichtungen gesprochen werden bzw. wie fokussiert alle an der Versorgung eines Menschen beteiligten Einrichtungen und Organisationen lediglich auf ihren spezifischen Aufgabenbereich sind. Dies mag sicherlich daran liegen, dass in Deutschland innerhalb der Sektoren, oft klar abgegrenzt durch das jeweils geltende SGB, sehr fachbezogen agiert und kommuniziert wird (mehr dazu auch in unserer „Lektion“ zur vertikalen und horizontalen Integration). Zur unterschiedlichen Sprache kommt auch noch ein ausgeprägtes Revierverhalten. Wer sich beispielsweise einmal auf einer Tagung für Altenpflegeheime als Krankenhausdirektor geoutet hat, der weiß, wovon wir sprechen.

Obwohl gerade in der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit noch reichlich Optimierungspotenzial steckt, ist es erstaunlich, wie wenig strukturiert die Kommunikation vor Ort läuft. Viele Einrichtungen leben in einer Wagenburg-Mentalität und scheinen sich konsequent abzuschirmen. Häufig beschränkt sich die Kommunikation auf das Nötigste – die Weitergabe der Patientenstammdaten – doch selbst dies wird anscheinend schon als Zumutung empfunden.

Wie schon angedeutet, entspringt das gegenseitige Unverständnis in der Regel der Unkenntnis über den anderen Sektor. Die „unbekannten Spielregeln“ und daraus erwachende Sorge über vermeintlichen Wettbewerb oder-  noch schlimmer – die Beurteilung der eigenen Leistungen durch Akteure in einem anderen Sektor, führt zu konsequenter Abgrenzung.

Auflösen lassen sich solche Konstellationen nur durch die Schaffung von Transparenz und die Darstellung der Vorteile einer strukturierten Zusammenarbeit. Stabile Zuweisungen und geregelte, zeitnahe Entlassung, valide Informationen zu den Patienten/Bewohnern und eine deutliche Zunahme der Patientenzufriedenheit durch einen klar strukturierten Verlegungsprozess sind unschlagbare Argumente.

Kategorien: Lektionen

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