Digitalisierung

Die Angst vor einer unbekannten Macht

Web 2.0, Industrie 4.0, Cloud-Computing, Big Data, IoT…
Viele neue Begriffe und Abkürzungen schwirren durch den Orbit und gefühlt wird, um es mal ganz bodenständig auszudrücken, jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Da wir uns bei Gloy Oetzmann & Partner um die Optimierung analoger und digitaler Prozesse kümmern und die IT-Beratung einen nicht unerheblichen Anteil unserer Arbeit ausmacht, sind wir bei diesem Thema inzwischen sehr sensibel.

Wie paßt das nun zusammen mit Pflegerin Katja die sich gerade um Herrn Häberle kümmert, der nächsten Monat 86 wird und dement ist? Auf den ersten Blick garnicht und selbst auf den zweiten und dritten Blick fällt es immer noch schwer! Damit die Digitalisierung gelingen kann, ist es dringend geraten sich mit der Frage zu beschäftigen, wo Pflegerin Katja heute steht und somit auch abgeholt werden muß, wie es im Beraterdeutsch so schön heißt.

Pflegerin Katja hat in den letzten 10 Jahren Ihrer Berufstätigkeit viel erlebt und sich oft genug die Frage gestellt, ob dies immer noch der Beruf ist, den Sie aus voller Überzeugung gewählt hat. Während die Bewohner immer multimorbider und älter wurden, die Anforderungen an die Dokumentation zugenommen haben, Qualitätsmanagement eingeführt wurde, die Hygienevorschriften deutlich erweitert wurden, hat der Fachkräftemix kontinuierlich abgenommen. Als examinierte Altenpflegerin hat Katja inzwischen deutlich mehr Verantwortung als früher, ist Führungskraft qua Ausbildung und hat für die einzelnen Bewohner immer weniger Zeit. Veränderungen haben bisher nur zur Leistungsverdichtung beigetragen. Aus Katjas Sicht nimmt die Qualität ihrer Arbeit für ihre Bewohner kontinuierlich ab, denn eine umfangreiche Dokumentation empfindet sie nicht als Verbesserung, wenn ihr dadurch Zeit für persönliche Zuwendung genommen wird. Da sie mit Anfang 40 noch eine der jüngeren Kolleginnen ist, wurde ihr die Aufgabe übertragen eine von drei Multiplikatoren bei der Einführung des neuen elektronischen Dienstplanprogramms mit Zeiterfassung zu sein. Die nötigen Kenntnisse wurden ihr in zwei Schulungen mit je zwei Tagen vermittelt. Informationen zur Digitalisierung erhält sie, wie fast alle, aus den Medien. Hier dominieren Berichte über Datenschutzverstöße, Datendiebstahl, Hackerangriffe, das massenhafte, illegale Sammeln von Daten und die Prognose, dass durch die Digitalisierung massenhaft Arbeitsplätze wegfallen werden.

Katja ist eine von zahllosen Pflegekräften die uns in unseren Projekten immer wieder begegnet sind und wohl auch noch weiter begegnen werden. Inzwischen hat sich gezeigt, dass es einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren in einem Projekt ist, genau diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort abzuholen, wo sie stehen. Für uns bedeutet das, dass wir sehr viel Zeit und Mühe darauf verwenden herauszufiltern, wo sie stehen. Nur dadurch gelingt es die notwendigen Informationen zielgerichtet und im Sinne des Projekterfolges zu platzieren.

Kategorien: Lektionen

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